Meine Malerei ist farbiger Widerstand gegen die Zumutungen der Wirklichkeit – und ein Plädoyer für das Unmögliche.
Ich male, weil ich mich mit dieser Welt nicht abfinden will – mit ihrer Kälte, ihrer Ungerechtigkeit, ihrem Zynismus. Ich setze ihr Farbe entgegen. Leuchtend, sinnlich, magisch.
Mit meiner Kunst kann ich dem Gefühl von Macht- und Wehrlosigkeit etwas entgegensetzen: Ich kann selbst gestalten und sichtbar machen, was die Welt zu einem lebenswerteren Ort macht. Jeder Pinselstrich wird so zu einem Akt der Selbstbestimmung und zu meiner Möglichkeit, den Zumutungen dieser Welt etwas Schönes entgegen zu setzen.
Meine Bildwelten wachsen aus der Faszination über die Natur: aus Blüten, Pflanzen, organischen Strukturen und jener geheimnisvollen Ordnung, die allem Lebendigen innewohnt. Ich löse diese Formen aus ihrer Vertrautheit, übertreibe, verfremde und verschiebe sie. Organisches trifft auf Geometrie, Ornament auf magische Zeichen, Natur auf Fantasie. Aus dem Bekannten wächst etwas Eigenes, Ungebändigtes, Magisches.
Denn in der Natur liegt für mich die wahre Magie. Sie fragt nicht nach Erlaubnis. Sie sprengt Grenzen, überwuchert Zäune, treibt durch Ritzen und findet ihren Weg. Sie ist schöpferische Anarchie: eine Kraft, die sich nicht disziplinieren lässt und immer wieder neues Leben hervorbringt.
Diese Kraft inspiriert mich, fordert mich heraus und treibt mich an. Meine Bilder dürfen bis über den Rand wuchern. Farben dürfen ausbrechen, Formen sich verselbstständigen, Schönheit darf über die Stränge schlagen. Ich folge keiner vorgegebenen Ordnung, ich erfinde meine eigene.
Meine Leinwand ist meine Festung, meine Freiheit und mein Paradis. Ein Ort, an dem das Unangepasste Raum bekommt und das Unmögliche plötzlich selbstverständlich wird.
Ich male gegen das Grau. Gegen das „So ist es halt“. Gegen die Grenzen im Kopf und Herz.
Ich male, um Ordnung aufzubrechen und neue Welten wuchern zu lassen. Nicht angepasst. Nicht gezähmt. Sondern wild, magisch und frei.